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Politischer Wahnwitz in der Immobilienbranche Empfehlung

Immobilienprofi Mirko Otto ist sauer über die wahnwitzigen Forderungen und Gesetze der Regierung. Der Duden definiert Wahnwitz unter anderem als „abwegiges, unvernünftiges, oft auch gefährliches Verhalten". Darum geht es in dieser Ausgabe.

Mietpreisbremse, Bestellerprinzip und Umwandlungsverbot sind die aktuellsten, tiefgreifenden Eingriffe in den Immobilienmarkt und sie alle haben ein Ziel vor Augen: Mehr Gerechtigkeit und bezahlbarer Wohnraum für Mieter. Doch schon heute verspricht Mirko Otto: Das Gegenteil wird erreicht! Und das sagte er bereits in dieser Sendung, die wir schon 2013 aufzeichneten - deshalb ist nicht alles brandaktuell, z.B. die Höhe der Grunderwerbsteuer.

Immer wieder geht es darum, dem vermeintlich „kleinen Mann" Kosten zu ersparen. Weniger Miete, weniger oder keine Maklerprovision, keine Umwandlung in hochwertigen Wohnraum und was nicht noch alles. Das mag ja – wenn man sich sehr anstrengt – noch lieb gemeint und aller Ehren wert sein.

Zugleich sollen die Vermieter endlich aus ihren wundgelegenen Hängematten gescheucht werden und anstatt der Zigarre Ihr Geld in die Hand nehmen und für energetische Modernisierungen, Dämmungen, Solaranlagen sorgen. Ist das Polemik oder Realsatire?

Das Kernproblem: Unehrlichkeit. Oder Naivität. Warum? Weil das intellektuelle Niveau dieser ganzen Regelungen ungefähr so scharfsinnig ist wie in den Garten zu gehen und laut zu rufen: „Es gibt kein Unkraut! Es gibt kein Unkraut! Ich möchte kein Unkraut und darum gibt es keines, ich schaffe es ab, hört Ihr, weg damit, harhar!"

Denn der Aufwand des Maklers (egal, wie wir alle ihn beziffern würden), die notwendigen Investitionen in energetische Sanierung, die bloße Instandhaltung von vermietetem Eigentum, das alles kostet Geld. So oder so.

Ganz egal, ob die CDU oder die SPD oder die Linken das wollen oder nicht. Und diese Kosten den Mietern ersparen zu wollen, wird zwangsläufig nur dazu führen, dass sie es auf anderem Wege wieder bezahlen werden. Versprochen. Und zwar deshalb, weil der Umkehrschluss schlicht unmöglich ist. Der würde lauten, dass Vermieter eben mehr Sanierung und Instandhaltung mit weniger Miete bewerkstelligen wollen und werden.

Und die Miete, also der Preis für Wohnraum? Der wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn eine Regierung „Friedrichstraßenloft für alle" möchte, dann muss sie das mit Ihrem Eigentum bewerkstelligen, nicht mit dem der Bürger. Aber genau das passiert gerade. Wenn etwas so riecht und so schmeckt, muss man es auch beim Namen nennen: Das ist Enteignung.

Wie wäre es denn mal mit „Pizza für jedermann". Pizza in Ballungsgebieten darf nur noch € 3,50 kosten. Pardon, dieser Vorschlag ist kein bisschen weniger blöd – oder?

Selbstverständlich sind die Zusammenhänge komplexer, sonst würden wie nicht eine Dreiviertelstunde darüber sprechen – übrigens schon einige Wochen vor der eigentlichen Gesetzgebung, was beweist, dass wir ab und an unserer Zeit voraus sind.

In jedem Fall erwartet Sie eine garantiert nicht temperamentarme Diskussion. Viel Spaß!



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Letzte Änderung am Freitag, 13 März 2015 08:27
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Mirko Otto

Mirko Otto ist Diplom-Wirtschaftsingenieur und von der IHK öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. Als Gründer und Inhaber der Sachverständigensozietät "Otto und Kollegen" ist er seit 1997 in der Bewertung von Immobilien jeder Art bestens vertraut.

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